Mittwoch, 27. Januar 2016

Urinstinkt Stillen

Vorweg möchte ich zum Thema Stillen sagen , dass es jeder Frau selbst überlassen ist, ob sie stillen möchte oder nicht. Auch wenn Stillen glücklicherweise derzeit mal wieder ein "Trend" zu sein scheint, würde ich keine Mama verurteilen, die sich entschließt nicht zu stillen.

Für mich dennoch jedes Mal nach einer Geburt immer wieder ein Wunder, genau wie das eigentliche Wunder der Geburt selbst. Dieser Urinstinkt in der Natur des Menschen, nach Nahrung zu suchen und ganz bewusst und zielstrebig über Geruchs- und Tastsinn die Brust der Mama zu finden und mit dem Mund zu erfassen. Das erste Saugen an der Brust (der erste kurze Schmerz bei der Mama (so fühlte sich das nochmal an, richtig ;-)) und dann das wunderbare Gefühl, auch wenn das Kind zwar jetzt nicht mehr im Mutterleib lebt, immer noch eng miteinander verbunden zu sein. 

Für mich gibt es wirklich nichts Schöneres und ich stille unglaublich gerne. Von den ganzen gesundheitlichen Vorteilen einmal abgesehen, finde ich es unglaublich praktisch. Wir haben einfach alles immer dabei und ganz ehrlich, steriler geht es doch wohl nicht.

I LOVE IT.




Das Foto ist bereits ein paar Jährchen her und sicher bin ich jetzt beim vierten Zwerg bereits erfahrener als noch vor 5 1/2 Jahren, aber ehrlichgesagt, habe ich mir weder damals noch heute groß Gedanken über dieses Thema gemacht.

Vielleicht ist das auch der Schlüssel zum Erfolg.

Viele Erst-Mamis haben die Befürchtung etwas falsch zu machen, zu viel zu essen, zu wenig zu essen, das Falsche zu essen, nicht in der Öffentlichkeit stillen zu wollen und und und. 

Aus meiner Erfahrung kann ich nur sagen: Macht es einfach. Schert Euch nicht um andere Leute und legt Euer Kind an die Brust. Ihr müsst ja vielleicht nicht gerade mit Zwiebelsuppe starten, aber alles andere ergibt sich von ganz alleine und hat sicherlich auch viel mit Austesten zu tun. 

Die Devise ist, wenn Ihr bereits vor und in der Schwangerschaft gerne z.B. Knoblauch oder auch mal schärfer gegessen habt, warum jetzt nicht mehr? Probiert es doch einfach aus. Vielleicht nicht direkt mit der schärfsten Chilischote oder übermäßigem Zitrusverzehr, aber verzichtet nicht auf Lebensmittel, die Euch schmecken und an die Euer Körper bereits gewöhnt ist. 
So handhabe ich das und es funktioniert wirklich gut.

Dennoch gibt es natürlich Gewüze und Lebensmittel, die den Milchfluss anregen, falls Ihr meint, da dürfe ruhig noch mehr kommen.  

Die Milchproduktion wird angeregt durch z.B.:
  • Kümmel in sämtlichen Variationen in den Mahlzeiten
  • Malzbier 
  • Malzkaffee
  • Hühnersuppe
  • Fenchelsamen
  • Anis
  • Dill
  • Koriander
  • Rosinen
  • Nüsse
  • Mandeln
  • Griesbrei
  • Pudding
  • Ghee
  • Bockshornklee-Samen
  • Haferflocken
  • Rosinen
  • Mandelmilch
  • Sonnenblumenkerne
Was Ihr aber auf jeden Fall vermeiden solltet ist Stress. Stress behindert die Milchbildung und da könnt Ihr noch soviel an milchbildenden Lebensmittel zu Euch nehmen, es wird nichts bringen.

Habt Ihr hingegen zu viel Milch (ja auch das gibt es ;-)) könnt Ihr zu folgenden Hilfsmitteln greifen, um die Milchproduktion zu hemmen:
  • Pfefferminztee
  • Salbeitee
  • Thymian
  • Schafsgabe
  • Petersilie
 Ihr solltet in der Stillzeit auf jeden Fall ausreichend Flüssigkeit zu Euch nehmen, aber das Durstgefühl kommt eigentlich von ganz alleine. Sobald ich den Zwerg an die Brust nehme, kann ich gar nicht anders und muss etwas dazu trinken. Auch wieder so ein Wunder der Natur und hervorragend eingerichtet. 
 
Ihr seht, eigentlich geschieht alles ganz instinktiv und ich finde das Wichtigste ist, sich nicht zu viele Gedanken zu machen. Legt Eure Babies einfach an die Brust und lasst sie trinken, sooft sie das Bedürfnis haben. 
 
Es ist so ein schönes Gefühl.
 
In den nächsten Tagen werde ich Euch auch einmal ein paar leckere und leichte Rezepte mitbringen, die Ihr insbesondere in der Stillzeit gut und leicht nachkochen könnt.
 
Liebste Grüße aus dem Wochenbett,
Eure Alexandra
 

Kommentare:

  1. Du hast das "nicht stillen können" vergessen, das gibt es nämlich auch und vermutlich sogar öfter als "nicht wollen".
    Und ich habe gelernt, das Infomationsmangel der größte Faktor dafür ist, dass es mit dem Stillen nicht klappt. Stillen mag ein Urinstinkt sein, aber Mama und Kind müssen es trotzdem meist erst lernen. Darüber Bescheid zu wissen ist definitiv besser als es auf sich zukommen zu lassen, meiner Erfahrung nach. Und gehört auch megaviel Glück dazu, dass es "einfach so" funktioniert. Wenn das einem vergönnt ist, umso besser...

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    1. Das stimmt. Du hast vollkommen recht. Erst gestern habe ich wieder von meiner Hebamme gehört, die eine junge Mama besucht, bei der es einfach nicht klappt mit dem Stillen. Das ist wahrscheinlich ziemlich frustrierend und ich denke,dass man dann häufig ziemlich viel Geduld und Feingefühl benötigt, um beim Stillen zu bleiben.
      Danke, dass Du das "nicht Stillen können" noch ergänzt hast.
      Liebste Grüße,
      Alexandra

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  2. Physische Gründe für "nicht Stillen können" sind zugegeben selten, aber psychische Gründe sind nicht ungewöhnlich. Weder Geduld noch Feingefühl sind grundsätzlich der Schlüssel zum Stillerfolg. Leider. Nicht einmal Leidensfähigkeit hilft immer weiter. Ich finde schon, dass es in erster Linie Glück und eine günstige Konstellation von Mutter und Kind sind, wenn es "läuft".

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